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Albanien

Reisen 2012

Albanienreise im Herbst 2012

Wir fuhren am Donnerstag den 06.09. von Zuhause weg. Das erste Ziel die Bahnverladestelle in Böckstein war rasch erreicht. Während der Wartezeit beobachteten wir ein Hirschrudel auf einer steilen Wiese oberhalb des Terminals.

Wie jedes Mal erwartete uns in Mallnitz die Sonne. Wohltuend nach dem Salzburger Schnürlregen. Auf Bundes- und Landesstrassen gings über die Windische Höhe Richtung Hermagor. Kurz vor Arnoldstein fanden wir an der Gail ein wunderschönes Plätzchen zum Übernachten.
Die erste "Reisenacht" im neuen Wohnmobil. Auf den Einzelbetten schliefen wir hervorragend.
Koordinaten des Übernachtungsplatzes in Nötsch   N 46°35’28,2“  E 013°36’32,6“ ist garantiert kein offizieller Stellplatz sondern ein Rastplatz mit Tisch und Sitzgelegenheit sowie Abfallkorb.

Am nächsten Tag  gings weiter über Triest, dann über nicht vignettenpflichtige Straßen nach Rijeka. Auf der Küstenstraße fuhren wir bis nach Senj. Dort übernachteten wir auf dem offiziellen Stellplatz. Im dazugehörigen Restaurant haben wir gut und preiswert gegessen.
Überrascht waren wir, dass der Stellplatz absolut voll war. Wir hatten nicht mit so vielen Womos, um diese Zeit gerechnet.
Bei der Weiterfahrt kamen uns sehr viele Fahrzeuge entgegen. Man merkte stark, dass der Samstag für viele das Urlaubsende bedeutete. Da wir ja seit fast 20 Jahren (seit Kriegsausbruch in Ex-Jugoslawien) nicht mehr in Kroatien waren, gab es an der Küstenstrasse für uns viel neues zu sehen.
In Pakostane sind wir auf dem Camp Nordsee gelandet. Der Platz gehört einem rührigen Deutschen und ist ziemlich voll. Es sind auch viele Landsleute hier und alle begeistert vom Platz. Darüber sind wir sehr froh. Denn diese Leute werden sicher nirgends freistehen. Damit ist hoffentlich halbwegs gesichert, dass uns auch in Zukunft die wirklich schönen Plätze bleiben.



Am 10.09. gings auf der Küstenstraße weiter. Über die Brücke vor Sibenik. Sie führt über das Mündungsbecken der Krka-Wasserfälle führt. In den Becken der Sinterterassen des Wasserfalls konnte man früher wunderbar baden. Wir sind dort mehrmals mit dem Boot gewesen, als man noch ohne weiteres, bis direkt unter die Wasserfälle auf eigenem Kiel fahren konnte.
Kurz nach Sibenik fuhren wir auf die Autobahn. Gemütlich und fast ohne Verkehr gings durchs Landesinnere. Vorbei an den 7 Kastella-Orten vor Split. Die Stadt selbst wird großräumig umfahren. Weit hinter Omis und der Magaskar-Riviera führt die Autobahn durchs Landesinnere und endet dann, leider in einer schmalen und schlecht ausgebauten Landstraße, die in der Nähe von Gradac wieder auf die Küstenstraße trifft.

Die Grenzkontrollen nach Bosnien/Herzegowina hatten wir uns aufgrund von diversen Berichten, viel komplizierter vorgestellt. Neum hätten wir nicht wiedererkannt. Da hat sich sehr viel verändert gegenüber dem verschlafenen Dorf dass wir kannten. Kurz darauf waren wir schon wieder in Kroatien. Kurz nach Orasac fanden wir in Zaton einen relativ ruhigen Stellplatz mit Blick auf die Hotelanlagen vor Dubrovnik.

Mittlerweile braucht man die Bucht von Gruz nicht mehr umrunden. Eine Brücke führt über die Engstelle. Man sieht von oben die ankernden Kreuzfahrtschiffe. Die neue Straße führt oberhalb an Dubrovnik vorbei. Kein Problem für uns. Dubrovnik haben wir früher als das Land noch Jugoslawien hieß sehr oft, sowohl mit dem Auto, als auch auf eigenem Kiel besucht.

Es kommen viele Erinnerungen wieder bei der Fahrt auf diesem Teil der Küstenstraße. Früher waren Teile davon noch nicht asphaltiert. Allerdings war die Landschaft damals noch unverbaut. Wir konnten gleich schnell wie heute fahren.

Nun fuhren wir wieder in ein anderes Land, nach Montenegro. Aber was ist hier los? Hotels, einfach irgendwie in die Landschaft gestellt ohne Plan ohne Infrastruktur, teilweise nicht fertiggestellt. Also neue Ruinen. Das dient dem Fremdenverkehr? Uns schreckt es ab.
Mir tuts leid. Das man ein Land so ruinieren kann und läßt finde ich schade. Wofür haben die dort Krieg geführt? Hat der Krieg die ganze Intelligenz gekostet?
Also kurz hinter Herzeg Novi in Kamenari auf die Fähre um nach Tivat überzusetzen.

Kurz darauf erreichen wir Budva. War einmal ein sehr schönes kleines Städtchen. Was haben die aus Sveti Stefan gemacht? Schade darum, wird nicht mehr lange wirklich Geld bringen. Auch Bar war einmal eine schöne historisch interesandte Stadt. Schade drum. Haben die Montenegriner kein Interesse am eigenen Land?
Ist deshalb die Strecke zur albanischen Grenze  so schlecht ausgebaut, um Leute die sich hierher verirren, an der Ausreise zu hindern?

Shkodra ist unsere erste Station. Wir bleiben ein paar Tage auf dem Camping Shkodrasee Koordinaten N 42.13827° E 019.46600°. Auch um verschiedene Sehenswürdigkeiten in der Umgebung anzuschauen. Ein Marktbesuch in der Stadt stand ebenfalls auf dem Programm.

Die alte Mesi-Brücke wurde als Rundbogenbrücke in beachtlicher handwerklicher Qualität ausgeführt. Sie führt nicht gerade über den Fluß, sondern ist in der Mitte abgeknickt. Die neue Brücke daneben würde bei uns, wegen Einsturzgefahr vermutlich längst gesperrt.

Die Rozafafestung thront auf einem steilen Hügel südw. von Shkodra. Im Eingangsbereich sind die gewaltigen Gewölbe der Kasematen mit großen Vorratsnischen. Nur teilweise erhalten ist die Kathedrale, die später in eine Moschee umgewandelt wurde. Zu sehen ist auch noch das 3 Stockwerke hohe Kommandantenhaus und tief unter dem Boden liegende Zisternen. Unterhalb der Festung sieht man die "Bleidachmoschee". Sie gilt als der aufwändigste islamische Kultbau. Leider ist sie zur Zeit renovierungsbedürftig und kann innen nicht besichtigt werden.
Unterhalb sieht den mäandernde Drin, auf der nördlichen Seite die alte und neue Brücke über den Bunafluß.

Am 16.09. setzten wir die Fahrt über Lheza, Tirana nach Elbasan fort.
Die Festung Petrele lag auf dem Weg. Wir wunderten uns schon, dass die Straße in sehr gutem Zustand ist, die auf den Berg führte. Offensichtlich konnte es sich ein Wirt "richten". Von unten sieht diese Festung beeindruckend aus. Oben, nach 15 Minuten Fußmarsch, mußten wir feststellen, die ganze Festung ist nur ein großes Ausflugslokal. Wenigstens einen sehr guten Cappucino gabs dort.
Über sehr viele, teilweise enge Serpentinen, gehts über das Krraba-Massiv nach Elbasan. Leider regnete es bei dieser Fahrt teilweise. Von oben sieht man kurz vor Elbasan sehr viele Industrieruinen, aber auch noch einige Stahlwerke in Betrieb. Wenn man sich den Fluß anschaut, glaubt man nicht, dass unterhalb der Betriebe noch Tiere überleben können.

Elbasan liegt am östlichen Ende der Myzeqe-Tiefebene. Von der von Türken in der Ebene errichteten Festung stehen noch 400m noch recht gut erhaltene Mauern und Türme. Dahinter  die Altstadt mit Königsmoschee ohne Minarett sowie die Marienkirche.

In Elbasan übernachteten wir neben der Stadtmauer auf einem großen Hotelparkplatz. Am nächsten Tag gings vorbei an Peqin über Rrogozhina nach Fier. Durch die Stadt führt eine, in jede Richtung, zweispurige Straße. Leider parken trotzt Halteverbotsschilder die Autos auch zweispurig. Dadurch ist die Durchquerung mit unserem doch 2,40m breiten Womo nicht immer einfach. Aber wir wollen ja Apollonia, eine 588 v.Chr. von griechischen Kolonisten gegründete Stadt, die allerdings erst teilweise wieder ausgegraben wurde, besichtigen. Interessant ist die Fasade des Agonethenmonuments, das Odeon und das Kloster Apollonia.Vom Haupt-Amphitheater das 8000 Zuschauer fasste sieht man leider nur noch die Rundung des Gesamtraumes. Auch die Brunnenanlage das Nymphäum besichtigten wir. Enver Hodschas "berühmte Bauwerke" grüßen vom anderen Hügel.

Die Straße von Fier nach Vlora bietet alle Eindrücke albanischer Straßenbaukunst auf kurzer Distanz. Zuerst, aus Fier hinaus, alle Varianten von Schlaglöchern auf relativ breiter Straße. Dann wird sie schmal dafür fehlen diesmal in Straßenmitte die Kanaldeckel nicht wie sonst am Rand, extrem fies. Dann aber geht`s auf die Autobahn. Super 2 Spuren in jede Richtung. Selbstverständlich benützen diese auch Radfahrer, Eselkarren, Fußgänger, Traktoren, also sämtliche Fahrzeuge und Personen denen man sonst auf keiner Autobahn begegnet. Ja begegnet ist schon richtig, denn die Fahrtrichtung ist nicht immer die vorgegebene. Dafür gibts aber auch jede Menge Abfahrten zu Wohnhäusern, Betrieben, Orten, Gaststätten. Aber auch fahrende Obstverkäufer verkaufen direkt an der Autobahn. Ja und des öfteren mündet sie mit großen Schlaglöchern in einen Kreisverkehr und nicht immer hat der von der Autobahn kommende Vorrang. Auch sehr viele Polizeikontrollen gibt es, aber gegen die Fahrtrichtung fahrende werden nicht angehalten. Aber mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass es keinerlei Verkehrsregeln gibt.  

Von Vlora fuhren wir der schönen Küste entlang nach Orikum, wo wir auf einem Campingplatz übernachten wollten. Da wir vorerst keinen fanden fuhren wir wieder ein Stück zurück und sahen zufällig 3 Womos in Strandnähe.Wir entdeckten den kleinen Campingplatz und dort standen Bekannte von uns Walter und Ingrid und Claudia mit Richard. Dieses zufällige Wiedersehen wurde natürlich zum Erfahrungsaustausch, bei einem hervorragenden, extrem preisgünstigen (21 € pro Paar) Fischessen, genutzt. Dass der Fisch den wir verspeisten "Kotze" hieß, tat seinem Geschmack keinen Abbruch an. Den nächsten Tag verbrachten wir noch gemeinsam, dann fuhren wir in gegensätzliche Richtungen weiter. Wir auf den Llogariapaß und die vier Richtung Montenegro.  

Kleinere Schlaglöcher zieren auch die neue Straße über den Llogarapaß. Dafür gibts wildromantische Einblicke in Täler. Auf der Paßhöhe wars leider nebelig. Knapp unterhalb gabs wieder traumhafte Ausblicke Ausblicke auf die Rivieralandschaft von Dhermi.

Am Ortsende von Gjipa hielten wir an, um die Strände unterhalb zu fotografieren. Dabei, fiel uns ein österr. Womo das uns entgegen kam und auch bekannt vorkam, auf  . Ja wirklich es waren Roland und Edith, Bekannte aus dem ÖCT-Forum. Sie hielten ebenfalls an und wir tauschten unsere bisherigen Erlebnisse aus. Sie waren bereits auf dem Rückweg nach Montenegro und benötigten darum ihr Grundmann Reisebuch über Albanien nicht mehr. Wir hatten unseres Zuhause vergessen. Nun konnten wir noch einige wichtige Infos wieder nachlesen.
Nach einer guten Stunde verabschiedeten wir uns mit guten Wünschen für die weitere Fahrt.   

Kurz darauf erreichen wir Himara. Rechts raus und das alte noch nicht restaurierte Dorf und das Kastro mit seiner wunderbaren Aussicht besichtigt. Auch den Strand besichtigten wir, gefiel uns aber nicht sonderlich.

Ein paar Tage wollten wir schon an dem der Riviera ähnlichen Strandabschnitt verbringen. In Lukova fanden wir eine neue Straße zum Strand Shpelle. Jedoch ziemlich steil und relativ schmal. Ja und unten schauts nicht besonders aus. Aber nach links führt, über eine für uns fast  unüberwindliche Kuppe, ein schlechter Feldweg nach links weg.  Dann standen wir am Shpelle-Strand. Saison vorbei, außer Schafe, Ziegen und ein paar Kühe und den Hirten war niemand mehr da. Aber Wasser war vorhanden mehr brauchten wir nicht. Koordinaten N 39.97281° E 019.91403°. Wir erfuhren auch das man im Herbst ohne weiteres hier stehen kann im Sommer jedoch nicht. Auch ein heftiges Gewitter überraschte uns dort.  

Am Samstag fuhren wir weiter nach Sarande. So viele Hotels auf engstem Raum, aber auch so viele Neubauten die vermutlich nie fertiggestellt werden. Hier wollten offensichtlich viele das große Geld machen, dass ist aber für viele nicht aufgegangen. Auch merkt man dass etliche Häuser ohne Baugenehmigung errichtet wurden. Diese wurden einfach gesprengt und die Ruinen verschandeln auch die Landschaft.
15km nach Sarande in Ksamil fanden wir eine wunderschöne Badebucht. Koordinaten N 39.76575°  E 019.99458°. Die Besitzerin des geschlossenen Strandlokals bekam 15 € für 4 Tage. Die Bucht mit den davorliegenden kleinen Inseln wäre ein Postkartenmotiv und die Hotels liegen alle weiter weg.

Am Dienstag den 25.09. besichtigten wir die Ausgrabungen in Butrint. Der Platz wurde von illyrischen Chaonen im 7.-6.Jhdt.v.Ch. gegründet. Caesar erhob ihn zum Veteranensitz und sicherte dem Ort damit die Bedeutung. Darum konnten auch eine Vielzahl von Tempelanlagen, Skulpturen und Säulen wieder ausgegraben werden. Vermutlich wurde der Ort nach einem großen Erdbeben in frühbyzantinischer Zeit aufgegeben. Tektonische Senkungen machen der Gegend auch heute noch zu schaffen. Es entstand die vorgelagerte Lagunenlandschaft, aber auch ein Teil der Ausgrabungen steht bereits unter Wasser.
Eine Fahrt mit der "vorsinflutartigen Seilfähre" über den Kanal von Butrint erfordert Mut.  

Von Butrinti gings über Sarande zum Naturphänomen Syri i Kalter. Aus großer Tiefe schwillt mitten im Wald ein gewaltiger Quellstrom reinsten Wassers mit 10° heraus. Dieser ist nur bis zu einer Tiefe von 50m erforscht. Über den Paß Muzina gelangten wir bei Jegucat in die Tiefebene von Gjirokastra. Auf der guten teilweise 4 spurig ausgebauten Straße fuhren wir nach Gjirokastra wo wir direkt neben der Polizeistation übernachteten, weil wir auf einem Parkplatz in der Neustadt, stark von jugendlichen Zigeunern belästigt wurden. Offensichtlich herrscht dort  sehr starke Arbeitslosigkeit und agressives Betteln gehört dazu.

Viele Häuser in der Altstadt von Gjirokastra sind festungsähnliche Hochbauten deren Dachterassen mit zinnenartigen Ausparungen versehen sind. Am auffälligsten ist das Zekatehaus. Ob die Bewohner auch darauf stolz sind, der Geburtsort Enver Hodschas zu sein, weiß ich nicht. Auf alle Fälle hat es die Stadt geschafft, dass sie gemeinsam mit Butrint und Berat auf die Liste der Weltkulturerbe von Albanien kam. Auf der Festung ist eine umfangreiche Waffensammlung zu besichtigen, als Kuriosität auch ein amerikanisches Jagdflugzeug aus den 1950ziger Jahren. Zum Gedenken an die hier inhaftierten politischen Gefangenen wurden einige Zellentrakte museal aufgearbeitet. Auch den einzigen ALDI von Albanien fanden wir in der Stadt. Ein Kaufhaus das sich wie das Stammhaus unseres Hofer´s nennt, aber nichts mit diesem gemein hat.
 

Route der An- und Rückfahrt
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