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Vom Vinschgau bis Barolo

Reisen 2009


Am Freitag den 27. August fuhren wir gemeinsam mit Gerti und Rudi am frühen Abend los. Über Rosenheim und Innsbruck auf der Autobahn bis Landeck.
Von dort auf den Reschenpaß bis kurz hinter die Grenze wo wir um Mitternacht eintrafen. Auf einem der ersten Parkplätze auf Südtirolerseite übernachteten wir.
Dies deshalb weil ja Tirol die Übernachtung im Fahrzeug verbietet und wir in einem Land wo Womos nicht willkommen sind auch keinen Cent ausgeben wollen.
Nachdem wir in einem Cafe  gefrühstückt haben fuhren wir zum Reschensee. Aus dem Reschensee ragt noch immer der Kirchturm der alten Kirche von Graun als Zeuge der unrühmlichen Vertreibung der Bevölkerung heraus.
Das faschistische Regime unter Mussolini schaffte es trickreich das wunderschöne Tal zu überfluten.
Ein Augenzeuge schreibt darüber:
„Graun liegt in den letzten Zügen. Wie bei einem Todkranken stirbt Glied für Glied ab. Tag für Tag dringt das Wasser weiter vor, Tag für Tag erdröhnen die Sprengungen, und sobald sich der Rauch verzogen hat, ist wieder ein Haus in sich zusammengesunken.“
Welch großes Leid der Stromerzeuger Montecatini (heute Edison) damit verursacht hat ist schwer nachvollziehbar.

Die Straße führt nun  in weiten Schleifen talwärts nach Burgeis. Rechts sieht man die Benediktinerabtei von Marienberg. Wir fahren weiter ins 700 Jahre alte Städtchen Glurns, der kleinsten Stadt Italiens. Sie ist vollständig von einer gut erhaltenen Stadtmauer umgeben und weist interesandte sehr niedere Laubengänge auf. Beim einfahren sind wir vorsichtig, da das Stadttor angeblich nur 2,5m hoch ist. Unsere Mobile sind 2,85m hoch. Aber wir kennen den Zollstock der Glurnser und wissen, wir müssen genau mittig fahren.

Am 28.08. fahren wir an der Churburg vorbei. In Spondinig zweigen wir nach Gomagoi ab.
Das Stilfserjoch, die 2.höchste Paßstraße (2.757m hoch) in Europa ruft. Rauf sind 48 Kehren mit bis 15% Steigung und hinab bis Bormio sind weitere 36 Kehren mit 7% Gefälle zu bewältigen. Der grandiose Blick auf über 12 Dreitausender wird von König Ortler mit 3.905m getoppt.

Das Befahren dieser Straße ist eine Herausforderung. Auch deshalb weil viele italienische PKW-Nutzer dieser Straße, die primitivsten Regeln beim befahren von Paßstraßen, nicht beachten. Sie sind ganz erstaunt wenn sie merken, dass Busse oder Womos mit über 7m Länge in Kehren die gesamte Straßenbreite (6m) benötigen. Hier trennt sich halt die Spreu vom Weizen.

Ich möchte das Erlebnis nicht missen. Im Womo sitzt doch wesentlich höher und schaust über den Straßenrand ein paar hundert Meter senkrecht in die Tiefe. Rudi kam mit den 90PS seines Womos der Leistungsgrenze sehr nahe.

Von Bormio gings weiter nach Sondrio. Am Comosee entlang, durch Lecco, vorbei an Monza und Mailand. Weiter durch die Lombardei nach Asti im Piemont, einer bekannten Weinbaugegend. Aber auch die Trüffel sind nicht zu verachten.
Dann erreichen wir den Kern der Langhe die Orte Alba, Bra aber auch unser eigentliches Ziel den Ort Barolo.
Wir sind am Ziel in Barolo.
Von unserem Übernachtungsplatz vor einer Kapelle beim wirklich schön gelegenen Weingut des guten Winzers Sebaste Sylla haben wir eine wundervollen Rundblick auf das gesamte Anbaugebiet.
Bei Sebaste wurden wir freundlichst empfangen. Alle von Ihm erzeugten Weinsorten konnten wir verkosten. Wie bei einer 5-Stern-Verkostung wurde jede Sorte im entspechenden Glas gereicht, dazu gabs auch noch Grissini Speck und Käse.
Wobei der Begriff kosten bedeutet, dass wir von jedem der hervorragend gekelterten Weine etliche Gläser tranken. Die Verständigung erfolgte nonverbal da unser Italienisch seinem Deutsch entsprach. Zum Abschluß gabs noch einen Grappa und wir durften uns ins Gästebuch eintragen.

Klar, dass wir etliche seiner edlen Weine mitnahmen. Für das ganze verrechnete er uns rund ein Drittel der in der Preisliste angegebenen Preise. Weil die Verkostung ja gratis war bekamen wir noch hausgemachte Marillenmarmelade mit eingelegten Nüssen geschenkt.
Wir freuen uns schon darauf ein Flascherl Barolo in den nächsten Tagen am Strand nach dem dekantieren zu geniesen.

Willkommen auf unserer privaten Familienhomepage
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